Christoph Keller

    Zur Postgeschichte 
des Kreis Altenkirchens

 

 

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Das älteste Postamt im Kreis Altenkirchen wird geschlossen!

Das Postamt in Weyerbusch soll geschlossen werden, es ist eines der ältesten in Deutschland. Die Kaiserliche Postanstalt wurde lt. einschlägiger Literatur 1647 gegründet. Das Postamt wurde aber schon einige Jahre früher von der kaiserlichen Thurn und Taxischen Post genutzt. Dieses geht aus der Vereidigungsurkunde des Postmeisters Geritz aus dem Jahre 1647 hervor. Dort heißt es "...So mein gnädigem Herrn, mich Johan Geritz, bey deren nuhn einige Jahre ..?.. gehabte Bedihnung des Posthalters Ampts zu Weyerbusch, zur confiamieren ...". Vermutlich wurde Weyerbusch schon einige Jahrzehnte früher von der Reichspost als Station genutzt.

Ausschnitt aus einer kolorierten Postkarte um 1900. Das Haus mit der Mauer ist die alte "Postia", die der Fürst von Thurn und Taxis im 17. Jahrhundert in Weyerbusch erbaute. Daneben das Fachwerkhaus ist die damalige Poststation, das Gasthaus Schmidt.

  Weiterer Ausschnitt aus der Postkarte mit dem Gasthaus   
   Schmidt, das seit 1893 die Poststation in Weyerbusch führte.
   Die "Postia" wurde als Kgl. Försterei genutzt. Das Gebäude 
   wurde 1968 abgerissen.
   Die Gaststätte ist heute das Hotel zur Post.
   Als einziger Überrest der alten "Postia" steht noch ein  
   Teil der Mauer, die zum Schutze der "Postia" diente.
   (Auf dem Bild wurde im 1900 bereits die alte Poststation 
   wegretuschiert.)

 

Zwischen den beiden Städten Köln und Frankfurt bestand bereits seit dem 15. Jahrhundert eine Verbindung über die städtischen Boten der beiden Städte.
Jakob Hennot, kaiserlicher Postmeister zu Köln, richtete zwischen den beiden Städten um 1580 eine Postverbindung ein, die aus den Posten Freilingen und Dietkirchen (Dorf bei Limburg) bestand. Diese  Route muss zwangsläufig durch den heutigen Kreis Altenkirchen geführt haben, wenn auch keine Poststation in unserem Kreise genannt wird. Aber die Strecke Limburg - Köln ist unter damaligen Bedingungen und Zeitvorgaben nicht ohne Pferdewechsel zu schaffen.
Am 27. Juli 1615 belehnt Kaiser Mattias den Freiherrn Lemaoral von Taxis mit dem erblichen Reichspostgeneralat, nachdem dieser sich zu der Einrichtung eines Postkurses von Antwerpen über Köln, Frankfurt, Nürnberg bis zur böhmischen Grenze mit Anschluss nach Prag verpflichtet hatte. Diese Postroute führte über den Westerwald, in Anlehnung an der Route von Jakob Hennot. Damit war der Grundstein für die Gründung der Poststation Weyerbusch gelegt.

Die Deutsche Post AG als Nachfolger der Deutschen Bundespost beendet bei der Schließung der Poststation eine über 350-jährige Postgeschichte in Weyerbusch.

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